Bei Hunden mit Doppelfell wird lose Unterwolle sorgfältig entfernt, ohne die schützende Struktur des Deckhaars unnötig zu verändern. Nach dem Baden wird das Fell vollständig und schonend getrocknet; anschließend folgt das Carding.
Carding schafft Luft im Fell
Lose Unterwolle kann das Fell sehr dicht machen. Durch fachgerechtes Carding wird sie kontrolliert gelöst. Das Deckhaar bleibt erhalten und die Haut wird nicht durch grobes Reißen belastet.
Warum Doppelfell nicht kurz geschoren werden sollte
Deckhaar und Unterwolle bilden gemeinsam ein natürliches Schutzsystem. Eine kurze Schur verändert dieses Zusammenspiel und kann Folgen haben, die erst beim Nachwachsen sichtbar werden.
Unterschiedliches Nachwachsen
Unterwolle und Deckhaar wachsen unterschiedlich schnell. Nach einer Schur kommt häufig zuerst die weiche Unterwolle zurück, während das Deckhaar deutlich länger braucht.
Veränderte Fellstruktur
Das Fell kann wollig, stumpf oder ungleichmäßig nachwachsen. Weil die Unterwolle sehr dicht zurückkommen kann, verfilzt es teilweise sogar schneller.
Verzögertes Fellwachstum
Bei manchen Hunden wächst das Fell über Monate nur langsam oder stellenweise zunächst gar nicht nach. Dieses Phänomen wird Post-Clipping-Alopezie genannt und wird häufiger bei nordischen und spitzartigen Rassen beobachtet.
Weniger Schutz für die Haut
Deckhaar schützt vor UV-Strahlung, Nässe und mechanischen Einflüssen. Sehr kurz geschorene Hunde sind weniger geschützt und können beispielsweise leichter Sonnenbrand bekommen.
Auch im Sommer: Fellfunktion erhalten
Ein intaktes Doppelfell bildet eine isolierende Luftschicht. Deshalb ist „im Sommer einfach kurz scheren“ bei diesen Felltypen normalerweise nicht die beste Lösung. Sinnvoller sind Fellanalyse, Baden, vollständiges Trocknen und fachgerechtes Carding.
Formschnitt statt pauschal kurz
Überstehende Konturen können passend zur Rasse und Körperform mit der Schere geformt werden. Wie viel sinnvoll ist, entscheide ich nach Fellstruktur und Zustand.